Auch eine größere Gruppe des ETuS Rheine war am Start und zeigte eine breite Mischung aus guten Leistungen, persönlichen Eindrücken und besonderen Momenten.
Den Auftakt machte Heike Schmitz beim Wecker28. Trotz einer Trainingsphase, die nicht wie geplant verlief, verbesserte sie ihre Vorjahreszeit und erreichte nach 2:46 Stunden den sechsten Platz in der Altersklasse W55. Heike war zum zweiten Mal dabei und zeigte sich mit ihrem Lauf sehr zufrieden.
Über die Marathondistanz überzeugte Andreas Thesing mit einer kontrollierten und starken Leistung. Seine Nettozeit von 4:05 Stunden entsprach genau seinem Ziel. Besonders positiv war sein gleichmäßig aufgebauter Rennverlauf: Andreas lief die zweite Hälfte schneller als die erste und zeigte damit eine sehr gut eingeteilte Belastung. Die durchgehend gute Stimmung an der Strecke – besonders auf den letzten Kilometern – half ihm zusätzlich, das Tempo noch einmal zu steigern. In der M55 belegte er Platz 68.
Britta Holthaus bestritt in Münster ihren zehnten Marathon – ein persönlicher Meilenstein, der für sich spricht. Die Vorbereitung war nicht optimal, und der Lauf fühlte sich entsprechend zäh an. Dennoch blieb Britta stabil, kämpfte sich konsequent durch und erreichte nach 4:44 Stunden das Ziel. Mit Platz 24 in der Altersklasse zeigte sie, dass Erfahrung und Durchhaltevermögen auch an schwierigen Tagen tragen. Ihr Fazit: „Ich bin froh, dass ich meinen 10. Marathon finishen konnte.“
Vor dem Start von Klaus Brinkmann und Michael Dirks sei erwähnt: Beide liefen erstmals mit ihrer Jubilee‑Startnummer. Diese Nummer können Läuferinnen und Läufer nach zehn Münster-Marathon-Teilnahmen dauerhaft beantragen; sie bleibt lebenslang bestehen und ist durch eine goldene Kennzeichnung besonders hervorgehoben.
Für Klaus Brinkmann war es der 13. Start beim Münster-Marathon. Mit 4:47 Stunden blieb er hinter seinen üblichen Zeiten, nahm es aber sportlich: „So lange habe ich beim MüMa noch nie gebraucht.“ Der Lauf diente als Test für den Dresden-Marathon in sechs Wochen. Seine Erkenntnis: Gute Radform ersetzt kein Lauftraining. Trotzdem war es ein gelungener Tag mit klarer Perspektive für die kommenden Wochen.
Bei Michael Dirks war der Marathon als lockerer Vorbereitungslauf für den Lidingöloppet gedacht. Das ist ein Crosslauf mit den meisten Teilnehmern weltweit. Doch der Tag erwies sich als schwierig. „Es lief von Anfang an nicht rund", sagte er. Trotz der Probleme erreichte er nach 4:56 Stunden das Ziel und war zufrieden, den Lauf abgeschlossen zu haben.
Besonders im Blick stand die Familie Tappe. Luca Tappe absolvierte seinen ersten Marathon und zeigte mit 3:45 Stunden eine starke Premiere. Die Nervosität vor dem Start war groß, doch er fand schnell seinen Rhythmus. Vater Holger Tappe, der ursprünglich nicht starten wollte, entschied sich aufgrund von Lucas Teilnahme doch für den Marathon. Er erreichte das Ziel nach 4:42 Stunden. „Das ungleiche Duell gewann Luca mit einer Stunde Vorsprung“, meinte Holger schmunzelnd. Die Stimmung entlang der Strecke und die Unterstützung durch Familie, Freunde und die Trainingsgruppe vom ETuS halfen beiden, den Tag positiv zu erleben.
Am Ende finishten alle Läuferinnen und -Läufer. Einige erreichten sehr gute Ergebnisse, andere blieben hinter ihren Erwartungen, doch alle nahmen wertvolle Erfahrungen mit. Der Münster-Marathon zeigte erneut, warum er für Sportler wie für Zuschauer ein fester Termin im Kalender ist.