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Sportdeutschland-News

DOSB und dsj begrüßen geplante Einführung der U10 Vorsorgeuntersuchung

Für Kinder im Alter zwischen 9 und 10 Jahren wird es künftig eine neue Vorsorgeuntersuchung geben. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entschieden und gleichzeitig die Inhalte der neuen U10 Vorsorgeuntersuchung festgelegt. Der Fokus liegt u.a. auf den Themen Übergewicht und körperliche Aktivität und damit auf Bereichen, die unmittelbar den Sport miteinschließen.

Der DOSB und die Deutsche Sportjugend (dsj) begrüßen die geplante Einführung der neuen, verpflichtenden U10 deshalb ausdrücklich. Mit der zusätzlichen Vorsorgeuntersuchung soll die große Lücke zwischen der U9 (um den 5. Geburtstag) und der Jugenduntersuchung J1 (zwischen 13-14 Jahren) geschlossen werden. Aus Sicht des organisierten Sports ist dies ein wichtiger Schritt, um die Gesundheitsförderung und Prävention im Kindesalter frühzeitig und ganzheitlich in den Blick zu nehmen.

Das Alter von 9 bis 10 Jahren bietet zahlreiche Möglichkeiten, um Bewegung selbstverständlich in den Alltag zu integrieren und Kinder für regelmäßigen Sport im Verein zu begeistern. Entscheidend ist in diesem prägenden Alter vor allem, dass Kinder Freude an Bewegung entwickeln und unterschiedliche Möglichkeiten kennenlernen, aktiv zu sein – egal ob auf dem Schulweg, beim Spielen oder im Verein.

Sportdeutschland kann Sportgroßveranstaltungen

Der Sommer in Sportdeutschland war ereignisreich. Wer seinen Reiseplan clever legte, konnte innerhalb weniger Wochen Sportgroßveranstaltungen an zahlreichen Standorten erleben. Die Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik in Frankfurt zeigte zuletzt außerdem, was ein Heimspiel auslösen kann: 350 Gymnastinnen aus 73 Ländern trafen in der Festhalle auf ein begeistertes Publikum – und Darja Varfolomeev sorgte mit drei Goldmedaillen für deutschen Erfolgsmomente . 

„Mini-Olympia“ in Hannover

Einer der Höhepunkte des Sommers waren die Finals Ende Juli in Hannover. Vier Tage lang wurde die niedersächsische Landeshauptstadt zur Hauptstadt Sportdeutschlands. Rund 480.000 Zuschauer*innen verfolgten die 143 deutschen Meisterschaftsentscheidungen der fast 4.000 Athlet*innen. Damit stellte das Event einen neuen Finals-Besucherrekord auf. Die Wettkämpfe fanden dabei an spektakulären Orten statt – vom Stabhochsprung am Opernplatz über BMX im Neuen Rathaus bis zu den Surfwettbewerben an der Leinewelle in der Altstadt.

Events in ganz Sportdeutschland

Auch in anderen deutschen Städten sorgten internationale Sportveranstaltungen für besondere Momente. München bot viele internationale Sporthighlights, wie die BMW Open, die 2026 ihre Premiere als ATP-500-Turnier feierten und insgesamt 70.000 Zuschauer*innen auf die Anlage des MTTC Iphitos lockten. Die bayerische Landeshauptstadt war zudem Gastgeber der Taekwondo-Europameisterschaften. Rund 400 Athlet*innen aus knapp 50 Nationen traten im BMW Park um die EM-Titel an. Im Olympiapark kamen beim Munich MASH rund 60.000 Besucher*innen zusammen, um internationale Contests in fünf Sportarten zu erleben, darunter Skateboard, BMX und Wakeboard.

Nordrhein-Westfalen setzte ebenfalls starke Akzente. In Köln traf sich beim EHF FINAL4 die europäische Handballelite, während Düsseldorf im August die Flag-Football-Weltmeisterschaft ausrichtete und damit auf die olympische Premiere der Sportart 2028 in Los Angeles einstimmte. Beim EHF FINAL4 kamen allein zum Halbfinale zwischen Magdeburg und den Füchsen Berlin 20.122 Zuschauer*innen – ein neuer Besucherrekord für das Turnier. Der Höhepunkt des NRW-Sportsommers waren jedoch die FEI World Championships in Aachen. Bei der Reit-WM traten 879 Athletinnen aus fast 70 Nationen in sechs Disziplinen an. Eine halbe Million Besucher*innen kamen in die Soers und sorgten für eine beeindruckende Kulisse. Besonders laut wurde es beim deutschen Team-Gold im Springreiten, dem ersten WM-Titel der Mannschaft seit 2010. 

Und auch Berlin bleibt ein fester Bestandteil des deutschen Sportkalenders. Das Internationale Stadionfest (ISTAF) Indoor brachte schon im Frühjahr internationale Leichtathletik in die Hauptstadt. Rund 12.000 Zuschauer*innen kamen zu den Hallen-Meisterschaften in die Uber Arena. Am 30. August steht die nächste Ausgabe des ISTAF an, welches fester Bestandteil der World Athletics Continental Tour ist. Im September folgen weitere internationale Highlights. Bei der Basketball-WM der Frauen vom 4. bis 13. September spielen 16 Nationalmannschaften in 36 Spielen in der Hauptstadt um den WM-Titel. Wenige Wochen später gehen beim Berlin-Marathon rund 60.000 Sportler*innen aus etwa 160 Ländern an den Start.

Auch Hamburg setzte im Sommer sportliche Akzente: Der Haspa Marathon feierte mit mehr als 40.000 Läufer*innen seine 40. Auflage, und beim World Triathlon und den ADAC Cyclassics wurde die Stadt erneut zur Sportarena. 

„Bock auf den Schmerz“: Pauline Jagsch will bei der WM glänzen

Als Pauline Jagsch am Montag dieser Woche mit dem Team des Deutschen Kanu-Verbands (DKV) die Reise nach Poznan antrat, tat sie dies in dem sicheren Gefühl, dass sich für sie ein Kreis schließt. 2018 hatte die heute 23 Jahre alte Kajak-Spezialistin in der westpolnischen 540.000-Einwohner-Stadt ihr erstes internationales Rennen bestritten. „Ich hatte mich über die Jugend-DM dafür qualifiziert und bis dahin Kanurennsport nur als Hobby betrieben. Leistungssport stand für mich lange gar nicht zur Debatte. Aber nach dem Rennen in Poznan habe ich eine Pro-und-Contra-Liste zum Thema Leistungssport geschrieben, die ich bis heute habe“, erinnert Pauline sich im Gespräch mit dem DOSB. Drei Jahre später gewann sie an selber Stelle bei der Juniorinnen-EM ihre erste internationale Medaille im Einer.

Kein Wunder also, dass die Vorfreude auf die Welttitelkämpfe auf dem Maltasee, die von diesem Mittwoch bis Sonntag ausgetragen werden, riesig ist bei der Team-D-Athletin, die vor gut zwei Monaten endgültig ins Blickfeld der Kanu-Welt gepaddelt war. Bei der EM in Montemor-o-Velho (Portugal) Mitte Juni ragte Pauline nicht nur wegen ihrer auffälligen Körperlänge von 1,85 Metern heraus. Sie gewann im Kajak-Einer über 500 Meter mit neuer europäischer Bestzeit von 1:47,164 Minuten Gold, ließ im Zweier über dieselbe Distanz an der Seite von Paulina Paszek (28/Hannoverscher Kanu-Club) den zweiten Titel folgen – und steht deshalb bei der WM unter besonderer Beobachtung. „Die EM war schon ein Ausrufezeichen, die Aufmerksamkeit danach war hoch“, sagt sie.

Den Druck, diese Leistungen auf globalem Niveau bestätigen zu müssen, will die Sportsoldatin vom SC Berlin-Grünau gar nicht erst an sich heranlassen. „Druck hat man immer, im Vergleich zu Olympischen Spielen fliegt man bei einer WM aber unter dem Radar. Ich habe gerade so viel Spaß am Sport und bin so gut drauf, da werde ich mich nicht mit zusätzlichen Ansprüchen belasten“, sagt sie und lacht dabei so ehrlich und erfrischend, dass Zweifel überhaupt keine Chance zum Mitschwingen haben. Und um es klar zu sagen: Ihre eigenen Ansprüche genügen ja auch schon. Sie startet im Einer, Zweier und Vierer über die 500-Meter-Distanz und liebäugelt auf allen drei Distanzen mit einer Medaille.

Nach den Paris-Spielen brauchte sie ein Jahr zur Verarbeitung

Mess- und sichtbarer Erfolg ist indes nicht die Bedingung dafür, dass Pauline Jagsch Freude an ihrem sportlichen Tun empfinden kann. „Wenn es mir gelingt, in jedem Rennen meine bestmögliche Leistung zu zeigen, dann habe ich für mich schon gewonnen, egal, wozu es dann reicht. Und Spaß habe ich, wenn ich das Gefühl von Freiheit habe. Vorn schnell rauskommen, über die Strecke fliegen und hinten heraus voll durchziehen – wenn das Rennen so läuft, kann ich es richtig genießen“, sagt sie. Dass dazu immer auch gehört, sich über körperliche Limits hinaus zu quälen, hat sie nicht nur akzeptiert, sie mag es sogar. „Ich habe total Bock auf den Schmerz. Der Ehrgeiz, meine Grenzen immer wieder auszutesten, ist da“, sagt sie.

Dass das nicht immer so war, gibt Pauline offen zu. 2024 konnte sie bei ihren ersten Olympischen Spielen in Paris Silber mit dem Vierer gewinnen. „Das war ein extremes Erlebnis. Ich war 21 Jahre alt und total geflasht davon, Olympia als Athletin mitmachen zu dürfen. Die Medaille hat alles getoppt, ich war komplett reizüberflutet“, erinnert sie sich. Es brauchte die gesamte Saison 2025, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten und die Gedanken neu zu ordnen. „Ich hatte im vergangenen Jahr zwar noch Lust auf Sport, aber nicht darauf, richtig schnell zu fahren. Diese Leichtigkeit ist in dieser Saison wieder zurück und beflügelt mich“, sagt sie.

Dabei achtet die gebürtige Berlinerin sehr genau darauf, sich weder physisch noch mental zu überlasten. „Ich weiß, was mein Körper aushalten kann, und ich denke, dass bei mir noch mehr drin ist. Aber Lockerheit ist mir sehr wichtig. Ich bin von außen und von innen stärker geworden durch die Erfahrungen der vergangenen Jahre und habe verstanden, dass die Welt sich weiterdreht, auch wenn man mal nicht gewinnt. Die Menschen, die einen lieben, machen ihre Liebe nicht von Ergebnissen abhängig“, sagt sie. Aus Fehlern zu lernen sei eine wichtige Erfahrung, die sie gemacht habe. „2024 hatte ich einen Bandscheibenvorfall, weil ich nicht auf die Signale meines Körpers gehört und weitertrainiert habe, obwohl die Schmerzen schon da waren. Danach haben wir das Training umgestellt und ich bin stärker zurückgekommen.“

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