Sportdeutschland-News
Aktuelle Förderungen für Sportstätten im Überblick
Die Übersicht über die Bundesförderprogramme für Sportstätten und Sporträume wurde aktualisiert. Sie bündelt zentrale Informationen zu Fördergegenständen, Antragsberechtigten, Förderquoten, Fristen und zuständigen Stellen.
Fecht-Weltmeisterin Larissa Eifler ist „Sportlerin des Monats“ Juli
Larissa Eifler ist „Sportlerin des Monats” Juli. Ihr Weltmeistertitel in Hongkong beendet eine zwölfjährige Durststrecke für den Deutschen Fechter-Bund und bedeutet das erste WM-Gold seit 2014. Als 33. der Weltrangliste angereist, kämpfte sich die Säbelfechterin mit einer beeindruckenden Serie durch das Turnier und bezwang unter anderem die französische Olympiasiegerin Manon Apithy. Im Finale gegen Sara Balzer drehte sie einen 1:6-Rückstand und sicherte sich schließlich mit 15:10 die Goldmedaille. Diese außergewöhnliche Leistung der gebürtigen Hessin und Wahl-Kölnerin würdigten nun auch die Sporthilfe-geförderten Athletinnen und Athleten mit 59 Prozent der Stimmen. Mit ihrer WM-Medaille qualifiziert Larissa Eifler sich außerdem für den Sporthilfe Club der Besten im September in Ägypten.
Hinter Larissa Eifler sichert sich die deutsche 7er-Rugby-Nationalmannschaft (22,4 %) Platz zwei bei der Sporthilfe-Wahl. Das Team feierte beim Heimturnier in Hamburg einen eindrucksvollen Sieg und verpasste nach dem dritten und letzten Turnier der Europameisterschaftsserie in Split mit Rang vier in der Gesamtwertung eine Medaille nur knapp. Das deutsche Gehörlosen-Herren-Tennisteam (18,6 %) konnte sich bei den World Deaf Team Championships im französischen Grenoble zum Teamweltmeister krönen: Urs Breitenberger, Luca Stehen und Cedric Kaufmann blieben im gesamten Turnierverlauf ungeschlagen und sicherten sich den Titel mit einem packenden 2:1-Finalsieg gegen Gastgeber Frankreich.
Für ihre herausragenden Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden.
Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen entscheiden bei der Sporthilfe-Wahl zur Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und -athleten. Dadurch erhält die Auszeichnung ihre besondere sportliche Wertigkeit. Zu Beginn eines jeden Monats stellt die Sporthilfe den rund 4.000 geförderten Athletinnen und Athleten Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl, die sich im Vormonat durch herausragende Leistungen empfohlen haben. Die Stimmabgabe erfolgt per Online-Voting.
„Es war und ist eine wilde Reise, die uns an Grenzen gebracht hat“
DOSB: Michael, welche Bedeutung hat die erste WM in Deutschland für euren Sport hierzulande?
Michael Schwarzer: Die mit Abstand größte, die ein Turnier in der noch jungen Geschichte unseres Sports je hatte. Wir haben schon einige internationale Events gespielt, aber noch nie zu Hause und vor allem auch noch nie mit der Aussicht auf die Qualifikation für Olympische Spiele.
Seit Flag Football 2023 ins Olympiaprogramm für Los Angeles aufgenommen wurde, ist sehr viel passiert in eurem Sport. Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Entwicklungsschritte, die gegangen wurden?
Die vergangenen drei Jahre waren wirklich eine super spannende Zeit, die uns in einem Rekordtempo auf ein anderes Niveau gehoben hat. Wir waren anfangs ein normaler nicht-olympischer Fachverband, der über die Aufnahme ins Programm der World Games in die Förderung gerutscht ist. Und nun sind wir zumindest vorläufig ein olympischer Fachverband. Das war und ist eine wilde Reise, denn die notwendigen Strukturen aufzubauen, um den Förderrichtlinien des DOSB und des Fördermittelgebers Bundeskanzleramt gerecht zu werden, war eine Herausforderung, die uns an Grenzen gebracht hat. Wir mussten eine Bundesliga aufbauen, die es in der Form nicht gab, um ein Zuhause für den Regelspielbetrieb zu schaffen. Dazu galt es, das notwendige qualifizierte Personal für den Trainings- und Organisationsbereich zu finden, was sehr wichtig war, um auf internationalem Niveau mithalten zu können. Und wir konnten dank der Unterstützung des DOSB und der Politik auch in den Altersklassen U15 und U17 Jugend-Nationalkader als Unterbau für die A-Nationalmannschaften aufbauen.
Wie hat sich die Zahl der Mitglieder und Vereine über die vergangenen Jahre entwickelt?
In einem Tempo, das uns ehrlich gesagt ein wenig über den Kopf gewachsen ist. Wir gehören weltweit zu den Top drei der am schnellsten wachsenden Sportarten, bei den Frauen ist es meines Wissens die am schnellsten wachsende. Es geht überall steil bergauf. Vor der Aufnahme ins olympische Programm hatten wir 780 Mitglieder in 52 Mannschaften, laut der aktuellen Erhebung von Mai 2026 sind wir nun bei 8784 Mitgliedern in 601 Mannschaften. Um diesem Ansturm gerecht zu werden, haben wir uns mit den Landesverbänden zusammengetan, um zu ergründen, welche Schritte wir gemeinsam gehen konnten. Zum Beispiel musste eine komplette Trainerausbildung implementiert werden, denn es gab schlicht keine Trainerinnen und Trainer, die auf Flag Football spezialisiert waren. Man muss aber die Tackle-Variante und Flag Football unbedingt differenziert betrachten. Das ist der Grund dafür, dass es bislang noch keine A-Lizenz-Inhaber in Deutschland gibt. Strukturell sind wir an manchen Stellen noch nicht so weit, wie wir sein müssten und sein wollten, so ehrlich müssen wir sein.
Welches Potenzial siehst du für den Flag Football im Vergleich zum Tackle-Football in Deutschland?
Der Anstieg wird so lange anhalten, bis der Markt gesättigt ist. Und das kann noch eine ganze Weile dauern. Der Einstieg in den Flag Football ist um ein Vielfaches einfacher als in die Tackle-Variante, denn Flag Football ist deutlich weniger verletzungsträchtig, und man benötigt keine komplette Schutzausrüstung. Das Potenzial ist riesig, vor allem mit Blick darauf, Kinder und Jugendliche an den Sport heranzuführen, aber die Strukturen müssen natürlich mitwachsen. Und was das Zuschauerpotenzial angeht, ist die Tackle-Variante klar dominierend, daran werden auch die Olympischen Spiele nichts ändern. Flag Football ist kein gewachsener Fernsehsport.
Die gesamte Organisation der Ausrichtung der WM übernimmt die Agentur D-Sports. Wie seid ihr als Verband dennoch in die Organisation eingebunden?
Tatsächlich gar nicht. Das lokale Organisationskomitee organisiert alles für alle 32 teilnehmenden Mannschaften. Wir konnten uns nicht einmal selbst ein Hotel buchen. Als bekannt wurde, dass es die WM in Düsseldorf geben wird, haben wir mit dem Landesverband Nordrhein-Westfalen unsere Hilfe für die Akquise von Freiwilligen angeboten. Ansonsten haben wir mit der Ausrichtung als Verband nichts zu tun.
Welche Rolle spielt die Stadt Düsseldorf für den Flag Football?
Eine ganz entscheidende, denn die Stadt hat sehr stark dafür geworben, diese WM ausrichten zu dürfen. Mit den Firecats gibt es in Düsseldorf im Frauenbereich ein absolutes Vorzeigeteam, das viel für das positive Image unseres Sports tut. Außerdem ist Düsseldorf seit 2022 Standort des Hauptquartiers der NFL in Deutschland. Insofern ist die Stadt extrem wichtig für den Flag Football.
In welcher Form unterstützt die NFL die Entwicklung des Flag Footballs in Deutschland?
Seit die NFL Deutschland ihr Büro in Düsseldorf hat, haben wir als Verband endlich Ansprechpartner, die die Probleme und Strukturen in Deutschland kennen. Amerikaner sind von den Vereinsstrukturen, die es hier gibt, schnell überfordert, so etwas gibt es in den USA nicht. Dank der NFL Deutschland, die mit Personal und finanziellen Mitteln wie zum Beispiel über das Projekt „Flag Up“, das Schulen oder Vereinen komplette Ausrüstungssets zur Verfügung stellt, unterstützt, ist Flag Football an die Schulen gekommen. Daraus generieren unsere Vereine eine Menge neuer Mitglieder.




