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Sportdeutschland-News

Erfolgreiche Integration braucht verlässliche Förderung

Der Austausch begann mit einer klaren Botschaft: Wenn Sport seine integrative Kraft entfalten soll, braucht es mehr als Engagement – es braucht verlässliche Förderung. Darüber diskutierten Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Praxis beim parlamentarischen Frühstück des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ (IdS) im Berliner Paul-Löbe-Haus.

Rund 30 Teilnehmende, darunter Abgeordnete des Bundestags und ihre Mitarbeiter*innen sowie Vertreter*innen des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), folgten der Einladung von DOSB und Schirmherrin Aydan Özoğuz, MdB (SPD).

Integration braucht verlässliche Förderung

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, wie die erfolgreiche Integrationsarbeit im Bundesprogramm langfristig gesichert werden kann – insbesondere mit Blick auf die kommende Förderperiode ab 2027. IdS-geförderte Vereine leisten einen zentralen Beitrag, stoßen jedoch ohne verlässliche Unterstützung an ihre Grenzen. Die Stärke des Bundesprogramms liegt in der Verbindung aus bundesweitem Rahmen und regionaler Verankerung über die Landessportbünde. So entsteht ein tragfähiges System, das Vereine in der Breite erreicht und unterstützt. Eine Kürzung der Mittel würde besonders dort spürbar werden, wo Unterstützung am dringendsten gebraucht wird – etwa in sozial belasteten Quartieren und strukturschwachen Regionen. 

Mit Leidenschaft und Herz für die Sportgemeinschaft engagiert

Alexander Otto ist ein Mensch, der gern Großes bewegt. Als CEO der ECE Group, die als Traditionsunternehmen seit mehr als 60 Jahren gewerbliche Großimmobilien entwickelt und rund 200 Einkaufszentren betreibt, hat der 58 Jahre alte Hamburger in dieser Branche Maßstäbe gesetzt. Im Sport hat er mit der Gründung der Alexander Otto Sportstiftung, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert, eine Institution geschaffen, die seit 2006 mehr als 500 Projekte mit einem Fördervolumen von knapp 40 Millionen Euro unterstützt hat. Und weil es ihm viel bedeutet, seine Expertise dort einzubringen, wo sie am meisten benötigt wird, ist Alexander Otto seit fast vier Jahren auch als Persönliches Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) engagiert.

Auf die Frage, was ihn antreibt, im Sport an so vielen Stellschrauben zu drehen, verweist er auf seine persönlichen Erfahrungen. „Ich habe seit der Jugend sehr intensiv Sport betrieben. Ich habe Tennis und Fußball gespielt, bin leidenschaftlich Skirennen gefahren und spiele aktuell für die Seniorenmannschaft des Klipper THC Tennis. Sport führt Menschen zusammen, kann wahnsinnig viel bewegen, viele Hürden überwinden und ist für viele Probleme der heutigen Zeit die Lösung“, sagt er. Deshalb habe er auch nicht lange überlegen müssen, als die Anfrage des DOSB kam, ob er sich ein Engagement im Beratungsgremium der Persönlichen Mitglieder vorstellen könne. „Ich hatte mit dem DOSB und auch der DSM seit Jahren einen engen Draht, nachdem ich mich 2015 sehr intensiv für die Hamburger Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele engagiert hatte. Ich kannte also die Institution DOSB und hatte eine Vorstellung davon, worum es gehen würde“, sagt er.

Alexander Otto liebt Begegnungen mit Ehrenamtlichen

Mit seiner Stiftung setzt sich der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des Hamburger SV in erster Linie dafür ein, Leistungs- und Breitensport miteinander zu verbinden. „Das Prinzip, dass es ohne Breite keine Spitze, aber ohne Spitze auch keine Breite geben kann, habe ich verinnerlicht. Ich bin ein Befürworter des Leistungsprinzips, schätze aber am Sport auch, dass man lernt, mit Niederlagen umzugehen. Ich fühle die Begeisterung für beide Bereiche gleichermaßen und finde es sehr spannend zu sehen, wie sie einander befruchten“, sagt er. Eins der ersten und signifikantesten Projekte der Stiftung war der Bau und der Betrieb einer Sporthalle, die 2008 neben der Mehrzweckarena im Hamburger Volkspark eröffnet wurde. Zunächst diente sie den Profiteams der Hamburg Freezers (Eishockey) und des HSV Hamburg (Handball) als Trainingsstätte, 2024 wurde sie an den gemeinnützigen HSV e.V. übertragen, der sie nun für seine vielfältigen Breitensportabteilungen nutzt – unter anderem für das inklusive Basketballteam der BG Baskets.

Ein tragfähiges Netzwerk zu knüpfen, das in alle Bereiche des Sports ausstrahlt – darin sieht Alexander Otto eine seiner wichtigsten Fähigkeiten. Er selbst bleibt dabei gern im Hintergrund; öffentliche Auftritte wie im Rahmen des Umbaus des Tennisstadions am Hamburger Rothenbaum während der Corona-Pandemie, den er privat und mit seiner Stiftung mit rund acht Millionen Euro unterstützte, sind für ihn nachrangig. Was er dagegen liebt, sind die vielen Begegnungen mit Ehrenamtlichen, die ihm immer wieder Ideenfutter liefern. „Sie sind die Basis für den organisierten Sport in Deutschland und ein gesellschaftlicher Schatz, den wir niemals geringschätzen dürfen“, sagt er. Über den nach seinem Vater benannten Werner-Otto-Preis, der jährlich an verschiedene Projekte im Inklusionssport vergeben wird, ist er ebenso engagiert wie bei den Zukunftsthemen Digitalisierung und Female Empowerment, für die die Stiftung ebenfalls vermehrt Fördermittel bereitstellt.

Haushaltsausschuss bewilligt erste Projekte der Sportmilliarde

Bereits in dieser ersten Antragsrunde des Programms zeigte sich der enorme Bedarf: Mehr als 3.600 Projektanträge mit einem Gesamtvolumen von über 7,5 Milliarden Euro wurden eingereicht. 333 Millionen Euro standen zur Verfügung. Das entspricht einer 21-fachen Überzeichnung des Programms.

Der DOSB begrüßt, dass die Koalition die Mittel aus dem Sondervermögen für den Sport mobilisiert hat, obwohl der Bund nicht primär für die Sportstättenförderung zuständig ist. Gleichzeitig weist der DOSB darauf hin, dass die aktuellen Mittel bei weitem nicht ausreichen, um den bestehenden Sanierungsstau zu beheben. Für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Förderlinie sieht der DOSB weiterhin grundlegenden Handlungsbedarf.

Ergänzend zur aktuellen Projektauswahl wurde bereits am 20. März 2026 ein weiterer Förderaufruf innerhalb des SKS-Programms veröffentlicht, der sich gezielt an kommunale Schwimmbäder richtet. Für diesen Programmteil stehen 250 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden insbesondere Sanierung, Modernisierung sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Anträge können noch bis zum 19. Juni 2026 eingereicht werden.

Zur Vollendung einer echten „Sportmilliarde“ fehlt noch ein entscheidender Schritt: Der bestehende Sanierungsstau in der Sportinfrastruktur ist immer noch immens. Deshalb müssen auch in  2027 zusätzliche Mittel aus dem Sondervermögen zur Sanierung von Sportstätten mobilisiert werden. Aber auch die Länder, die im Kern für die Förderung der Sportstätten zuständig sind, müssen jetzt eine echte Investitionsoffensive starten.

Übersicht aller geförderten Projekte:  Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten" (SKS) - Förderrunde SKS I

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