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Sportdeutschland-News

Sportartenprogramm für World Games 2029 in Karlsruhe steht fast komplett

Die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele fasziniert die Menschen in Deutschland, das zeigen bundesweite Umfragewerte genauso wie die Zustimmungszahlen, die die Bewerberregionen Kiel, KölnRheinRuhr und München bei ihren Bürgerbefragungen erzielen konnten. Auf den Genuss eines Multisportevents von Weltrang müssen die deutschen Sportfans allerdings nicht bis 2036, 2040 oder gar 2044 warten. Vom 19. bis 29. Juli 2029 werden in Karlsruhe rund 4000 Athlet*innen zu den World Games erwartet. Die Weltspiele der nicht-olympischen Sportarten, die ebenfalls im Vierjahresrhythmus ausgetragen werden, sind nach 1989 (ebenfalls Karlsruhe) und 2005 (Duisburg) zum dritten Mal in Deutschland zu Gast. Und was es dort zu erleben geben wird, das hat am vergangenen Samstag erste Konturen erhalten. Auf seiner Generalversammlung in Lausanne (Schweiz) beschloss der World-Games-Dachverband IWGA das Sportartenprogramm für die 13. Ausgabe seiner Weltspiele.

Große Überraschungen blieben dabei aus. Unter den 31 bislang festgelegten Sportarten, zu denen in der zweiten Jahreshälfte noch drei bis fünf Einladungssportarten kommen werden, die der Gastgeber vorschlagen darf, finden sich fast alle wieder, die auch im August vergangenen Jahres in Chengdu auf dem Programm standen. Dort hatte das Team D hinter Gastgeber China Rang zwei in der Medaillenwertung belegt. Lediglich Powerboating ist komplett gestrichen. Die aus Russland stammende Kampfsportart Sambo steht wegen aktenkundiger Dopingvergehen in China auf einer Longlist mit Sportarten, die noch in Erwägung gezogen werden, dazu zählen auch Baseball/Softball, Bowling und Racquetball. Wieder dabei ist die japanische Traditionssportart Sumo, die in China aus dem Programm gestrichen worden war. Auch Squash, Lacrosse und Flag Football, allesamt 2028 in Los Angeles auf dem olympischen Programm zu finden, sind weiterhin dabei. Die komplette Liste ist hier einsehbar.

„Die Diskussion um E-Sport und Sport hat sich mit unserer Generation erledigt“

E-Sport und Gaming haben sich innerhalb weniger Jahrzehnte von einfachen Bildschirmspielen wie „Pong“ und „Space Invaders“ zu einem prägenden Bestandteil von Kultur, Wirtschaft und gesellschaftlichem Alltag entwickelt. Was mit frühen Erfahrungen an Konsolen und Heimcomputern begann, ist heute ein globales Phänomen mit Millionen von Spielerinnen und Spielern, eigenen Wettbewerbsstrukturen und wachsender politischer Aufmerksamkeit. Lange Zeit wurde dieser Bereich unterschätzt und kritisch begutachtet , geprägt von Vorurteilen, kulturellen Abgrenzungen und Debatten über Wirkung und Einfluss digitaler Spiele.

Inzwischen hat sich die Perspektive deutlich verschoben. Gaming gilt als bedeutender Kultursektor, E-Sport etabliert sich zunehmend im organisierten Wettbewerb und auch Institutionen aus Politik, Kultur und Sport setzen sich intensiver mit dem Thema auseinander. Vor diesem Hintergrund sprechen der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke und der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats Olaf Zimmermann über ihre persönlichen Zugänge zu E-Sport, die gesellschaftliche Entwicklung von Gaming sowie über Chancen, Konfliktlinien und zukünftige Aufgaben für Kultur, Sport und Politik.

Raphael Kandra kämpft für die Realisierung seines Kindheitstraums

Er hat die olympische Bühne noch nie bespielen dürfen. Aber die Kraft, die von den fünf Ringen ausgeht, die spürt Raphael Kandra an jedem Arbeitstag. Seit im Herbst 2023 seine Sportart Squash ins Programm der Sommerspiele 2028 in Los Angeles aufgenommen wurde, dreht sich in dem Mitte des 19. Jahrhunderts in England entstandenen Rückschlagsport auf Hochleistungsebene fast alles darum, die Qualifikation für die Olympiapremiere zu schaffen. „Es ist unübersehbar, wie krass der Fokus weltweit auf Los Angeles liegt“, sagt der 35-Jährige, der sich dem Reiz der ersten Teilnahme auch nicht entziehen kann. „Vor drei Jahren hatte ich das Ende meiner Karriere früher kommen sehen. Mit der Möglichkeit, doch noch Olympische Spiele als Athlet erleben zu können, hatte ich niemals gerechnet. Aber mit der Aussicht auf ein Ticket für Los Angeles gebe ich natürlich noch einmal alles, um das zu erleben“, sagt er.

Und das ist gut so, denn zum Aufhören ist der gebürtige Fürther noch viel zu gut. Auf Rang 39 ist Raphael, der 2019 als erster Deutscher den EM-Titel gewinnen konnte, der einzige Team-D-Athlet in den Top 100 der Weltrangliste. Bei der Team-EM, die von diesem Mittwoch bis Samstag in Amsterdam (Niederlande) ansteht, führt er die deutschen Männer an. Eine Woche darauf reist er als einziger deutscher Starter zur Einzel-WM nach Gizeh (Ägypten), für das 64er-Feld hat er einen der 48 direkten Startplätze dank seiner Weltranglistenposition sicher. Ihn als Aushängeschild des Deutschen Squash-Verbands (DSQV) zu bezeichnen, wäre fast schon untertrieben.

Und dennoch ist der Weg nach Kalifornien ein extrem steiniger. Für die Einzelwettkämpfe sind pro Geschlecht nur 16 Teilnehmende zugelassen, eine Doppelkonkurrenz gibt es nicht. „Uns bricht es das Herz, wenigstens 32 hätten wir uns schon gewünscht, damit möglichst viele Athletinnen und Athleten diese Premiere erleben könnten“, sagt er. Da pro Nation nur maximal zwei Starter*innen pro Geschlecht gestattet sind, stehen die Chancen zwar deutlich besser, als wenn aus führenden Ländern wie Ägypten unbegrenzt Teilnehmende erlaubt wären. Der komplizierte Qualifikationsmodus allerdings erschwert die Lage dahingehend, dass lediglich die Top acht der Weltrangliste zum Stand im Mai 2028 direkt qualifiziert sind. Dazu kommen eine Wildcard für Gastgeber USA, die Sieger von fünf kontinentalen Meisterschaften, die in Europa 2027 im Rahmen der European Games in Istanbul (Türkei) ausgespielt wird und für die maximal zwei Aktive pro Nation und Geschlecht zugelassen sind, sowie die Sieger eines letzten Qualifikationsturniers und jeweils eine Person aus einer „kleinen Nation“, sofern diese zum Bewertungszeitpunkt unter den besten 50 der Welt stehen.

Als 16-Jährigem war ihm klar, dass er in die Bundesliga wollte

„Mir ist schon klar, dass es für mich in der Weltrangliste noch ein paar Positionen nach oben gehen sollte, damit der DOSB mich auch nominiert. Ich weiß, dass auf meine Ergebnisse sehr geachtet wird“, sagt Raphael. Zusätzlichen Druck will er sich davon jedoch nicht machen lassen. „Ich glaube, dass es machbar ist, aber es muss alles zusammenpassen. Wenn es am Ende nicht reicht, muss ich das hinnehmen, solange ich alles gegeben habe. Aber meine Motivation ist riesig!“ Was auch darin begründet liegt, dass der 16-fache Weltranglisten-Turniersieger weiterhin extrem viel Freude an seinem Sport hat, der schon im Kleinkindalter zu seinem Leben gehörte. „Meine Eltern hatten in Forchheim eine Squashanlage gepachtet, ich war sehr oft mit ihnen dort und musste mich selbst beschäftigen. Nach ein paar Jahren habe ich gemerkt, dass ich auf einem guten Niveau spielte, und habe dann festgestellt, wie viel Spaß es macht, im Sport erfolgreich zu sein“, erinnert er sich.

Wer erfolgreich sein will, braucht Zielstrebigkeit. Raphael Kandra entschied sich als Jugendlicher gegen eine Laufbahn im Fußball und für Squash, als 16-Jähriger war ihm klar: „Ich will in die Bundesliga und in die Sportfördergruppe der Bundeswehr!“ Zunächst jedoch stand, weil in einem Randsport wie dem Squash kein finanzielles Polster lockt, die berufliche Ausbildung im Vordergrund. Nach dem Realschulabschluss absolvierte der 1,82 Meter große Athlet eine Ausbildung zum Werkstoffprüfer in der Fachrichtung Metalltechnik, die direkt nach dem Schulende startete. Ebenfalls nur einen Tag nach der bestandenen Ausbildung startete er seinen Grundwehrdienst, an dessen Ende die Aufnahme in die Sportfördergruppe stand. „Und dort bin ich seitdem, und ich bin extrem dankbar dafür, dass mir die Bundeswehr die Sicherheit gibt, mich voll auf den Sport konzentrieren zu können“, sagt er.

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